Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht,
nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeit.
(Friedrich Schiller)
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Hendrik Duryn
Geboren in Sachsen. Jahrgang 67. Osthang. Spätlese. Im Fass gereift.
Alle Instanzen eines Ostlers durchlaufen. Alle Sportarten für Jungs ausprobiert. 10 Jahre am Geräteturnen fertgehalten, davon 5 von meinem eigenen Bruder trainiert. (ehemals Leistungssortler der DDR Auswahl).
Abitur. Armee. Aufnahmeprüfung... dann endlich Studium. Endlich Schauspieler werden! Wenig später endlich Schauspieler geworden. Aber keine Bühne mehr, die so war, weswegen ich einstmals Schauspieler werden wollte.
Alles möglich, alles konnte sein. Es ging nicht mehr um gesellschaftliche Alternativen, vielmehr Kunstverkauf. "Existenzsicherung mit postmodernem Goethe". Also Flucht nach vorn.
Musical, die Möglichkeit. 2 Jahre Gesangs- und Tanzstudium; Modern, Jazz, Step. Abschluss, meine erste eingene Inszenierung. "Sweet Charity".
Dann Gastspiel in Cottbus, der Schweiz (Chur), Hall und an der Leipziger Oper und den Leipziger Schauspielhaus.
Dann Sodann. Peter Sodann. Der Prinzipal. Das Familienoberhaupt der weltlichen Kirches "Neues Theater Halle". Eine Hafen, ein Kapitän. Ein Boot. Das Boot wurde zu einer Insel. Kulturlinsel an der neben der Schauspielerei umgessendes, zusammenhängendes Denken gelehrt und gezeigt wurde.
4 Jahre sodannsche Prägung. Wunderbare spielerische Aufgaben u.a. Danton, Van Gogh, Buckingham aus Richard 3, Die Räuber, eine eigene a cappella Band, wieder kleine Regiearbeiten und endlich auch wieder beißende kritische Komödien und Verantwortung für einen Teil des gesamten Theaterbetriebes.
Kurze Trennung. Schmerzlos. Ich wollte weiter ziehen und Sodann mich "nochmal auf die Weide" schicken. das Verhältnis, was wir immer noch zueinander pflegen, segnet im Nachhinein diese Entscheidung nachmal als richtig ab.
Ab 1998 freischaffend. Gastspiele. Film. Film, eine Welt für sich. Wechselvolle Jahre. Die daraus hinauslaufen, dass man sich selber finden muss, um nocht abzusaufen im Strudel der Angebote und Nicht-Angebote.
Der Schmeichelei der meintlichen Popularität usw. Diese Jahre auf der Weide hießen - finde deinen Weg. Jeden Tag und lass dir nichts erzählen. Frage, frage, frage! Mache lustvoll Fehler und lerne zu denken.
Ich habe um gute Rollen gekämpft, mit schlechten Rollen auch. Gelernt habe ich, für jede Rolle, die ich übernehme auch die Verantwortung zu übernehmen und nicht nur mein Gesicht und meine Eitelkeit zur Schau zu stellen.
Gelernt habe ich, dass man mit Fragen aneckt. Und das ich es gut finde, Fragen zu stellen. Ich habe Serien ausprobieren können. 10 Folgen lang Action und dabei gelernt Bücher zu schreiben.
Ich habe in Spielfilmen mitwirken können und gelernt, dass es gut ist, wenn man mit Menschen zusammenarbeitet, die auch mit Wasser kochen, aber daraus eine Suppe zaubern, die man gern anbietet und auch selber auslöffeln würde.
Neben der Filmerei immer wieder Theater. Gastspiele. Soziale Arbeit im Verein für Drogen- und Alkoholabhängige "Töpelmühlenverein", Hochwassereinsätze in Grimma und an der Zschopau.
Kung-Fu beim Großmeister Chu-Tan-Cuong über 6 Jahre. Dabei vor allem gelernt, wie es sich anfühlt bei mir anzukommen und gleichwohl mächtig einstecken zu müssen. Meine Verwundbarkeit und Schwäche, sowie Erschöpfung zu erfahren. Immer und immer wieder.
Nach Sodann die 2. wichtige Theater-Mensch-Person in meinem Leben wurde Manfred Wekwerth. Este Kontakte in Halle am Theater 1997 "Puntila" und der Buckingham in "Richard 3".
Dann eine erste freie Zusammenarbeit mit der Inszenierung "Stars" für das Erfurther Theater. Eine Idee, mit Kunst, dem geschlossenen erfurter Stadttheater wieder Türen öffnen zu können. Eine Investition ohne Erfolg aber und dennoch eine sehr gute und erfolgreiche Arbeit.
Danach kam durch ihn und mit ihm das von Brecht versifizierte "Kommunistische Manifest", darauf folgte ein Brechtkonzert mit frühen Brechttexten. Da Wekwerth so etwas wie eie Mulitplikatior ist und Menschen zusammenführt, landete ich auch endlich wieder bei der Musik. (Immerhin 10 Jahre Klavierunterricht, unzählige Gesangsstunden).
Der Mensch dazu war/ist Matthias "Mattze Müller. Neue Wege in Richtung Texte schreiben, im Studio arbeiten, singen, weil es plötzlich einen gab, der ein Studio hatte, richtig Ahnung von Musik und mich forderte.
Es entstanden in den letzten Jahren einige Lieder. Vorallem Filmmusik. Und Texte, die noch auf das Lied-werden warten. Die letzte gemeinsame Theater-Projekte waren "Stars" und "Emma rockt den Brecht". Die letzte richtig gute Filmarbeit war "Der Lehrer" eine sony pictures Produktion.
Meine private Passion; unterwegs sein mir der Verbreitung der Idee von "Wasser & Salz", der permanenten Idee des alltäglich Verantwortung wahrnehmenden Menschen - dem täglichen Klima- und Umweltschutz.
Ich betreibe ganz privat eine Holzheizung, schlage und sammle, spalte und schichte das Holz selbst. Räume mit försterlicher Genehmigung die nahe gelegenen Waldstücke auf.
Verdiene Geld, wenn keine guten Bücher für Filme und keine guten Arbeiten für die Bühne und ich selber auch keine guten Ideen für Kunst habe, meinen Unterhalt mit Sparsamkeit und Stunts. (Gehöre zum Stuntteam Haberland Potsdam).
Eine gute und lehrreiche Alternative, da man, was die Höflichkeit und den Umgang anbetrifft in dieser Position fast das "letzte Glied in der Nahrungskette" des Filmgeschäftes ist. Als Schauspieler wirst du in Watte gepackt, als Stuntman musst du funktionieren.
Der eine muss definitiv seinen Job beherrschein, der andere kann sich Fehler leisten und wird dennoch hofiert. Von dem einen erwartet man, dass er es kann, den anderen fragt man behutsam, ob er vielleicht könne..... So drastisch ist es nicht ganz, aber wenn man beide Perspektiven kennt, dann erlebt man es so.
To be continued.....
(c) Text: Hendrik Duryn für EMMA rockt Brecht
(c) Foto: Martin Jehnichen - Leipzig