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Nachricht vom 08.12.08


Hi Alex,
die Zeit ist um, vier Wochen und ein Biß - chen. Die erste Frage in einem Brief ist eigentlich (immer), wie geht’s dir? Wie geht’s dir? Ziemlich blöd, wenn man es genau nimmt, denn der andere kann einem ja in dem Moment gar nicht antworten. Bei genauerem Betrachten aber, stellt man fest, dass diese Frage, wenn man sie selber liest in einem Brief, wie eine Einstimmung ist. Eine Einstimmung, sich beim Lesen des Briefes auf sich selbst zu besinnen, um sich Zeit zu nehmen. Zeit nehmen für die Gedanken des anderen, der einem geschrieben hat.
Klingt gar nicht mehr so blöd. Also, wie geht’s dir, Alexandra?

Seit meinem Geburtstag und deiner Geburtstagsseite für mich, übrigens herzlichen Dank an dich mal ganz persönlich, ist sehr viel Wasser die diversen Flüsse hinabgeflossen. Dabei schwamm eine Idee auf einem Stück Treibgut, und die hieß, ich könnte doch aller 4-6 Wochen mal so etwas wEhrlich gesagt, bin ich, nüchtern betrachtet, doch sehr erstaunt, dass sich Menschen in verschiedener Art für das interessieren, was ich mache. Wenn man mal so ganz normal denkt, darüber nach denkt, dann ist das erst einmal komisch. Es gibt nicht wirklich viel, was meinen Alltag- Aufstehen, Sport, Zähneputzen, Frühstück, Arbeit (oder arbeitslos und selbst gewählte Arbeit) Freunde treffen, Leben organisieren, mal die Sau raus lassen, mal Behördengänge (ätzend) gehen, einen Wein aufkorken oder ein gepflegtes Bier bis zum Abwinken, den Rechner bearbeiten (selten das Internet, um so mehr die eigenen Arbeiten pflegen), mal in ein grässliches, des Öfteren aber auch in ein wunderbares Theaterstück ( Berlin Schaubühne „Hedda Gabler“, Deutsches Theater „Faust“, „Orestie“ oder auch „Die Ratten“) gehen, dann wieder ins Kino ins Kino ins Kino. Lets make money, waltz with bashir, Berlin calling, Quantum Trost, etc.,………… von anderen unterscheidet. Ich bin Schauspieler, okay, und trotzdem stellt sich mir die Frage, was ist das Besondere daran, dass sich andere dafür interessieren?
Wenn mir kalt ist, dann friere ich, wie alle anderen auch. Wenn mir zum Heulen ist, dann heul ich oder verbeiß es, weil (ein Junge weint nicht – quatsch), wie alle anderen auch. Wenn ich pinkeln muß, dann tu ich das, wie alle anderen auch. Und wenn mir jemand mächtig auf die Eier geht, dann hau ich ihm eine rein (verbal natürlich), wie alle….doch halt stopp! Wenn ich jemandem klar und ziemlich deutlich mache, dass ich ihn für ein Arschloch halte, dann ist das ganz schnell etwas Öffentliches und nix Privates mehr, wie bei allen anderen. Dann dürfen plötzlich viele Leute darüber ihre Meinung äußern, ob das in
ie einen 
Statusbericht auf die Page zimmern. Okay. Dann mal zum Einstand:

Ehrlich gesagt, bin ich, nüchtern betrachtet, doch sehr erstaunt, dass sich Menschen in verschiedener Art für das interessieren, was ich mache. Wenn man mal so ganz normal denkt, darüber nach denkt, dann ist das erst einmal
komisch. Es gibt nicht wirklich viel, was meinen Alltag- Aufstehen, Sport, Zähneputzen, Frühstück, Arbeit (oder arbeitslos und selbst gewählte Arbeit) Freunde treffen, Leben organisieren, mal die Sau raus lassen, mal Behördengänge (ätzend) gehen, einen Wein aufkorken oder ein gepflegtes Bier bis zum Abwinken, den Rechner bearbeiten (selten das Internet, um so mehr die eigenen Arbeiten pflegen), mal in ein grässliches, des Öfteren aber auch in ein wunderbares Theaterstück ( Berlin Schaubühne „Hedda Gabler“, Deutsches Theater „Faust“, „Orestie“ oder auch „Die Ratten“) gehen, dann wieder ins Kino ins Kino ins Kino. Lets make money, waltz with bashir, Berlin calling, Quantum Trost, etc.,………… von anderen unterscheidet. Ich bin Schauspieler, okay, und trotzdem stellt sich mir die Frage, was ist das Besondere daran, dass sich andere dafür interessieren?
Wenn mir kalt ist, dann friere ich, wie alle anderen auch. Wenn mir zum Heulen ist, dann heul ich oder verbeiß es, weil (ein Junge weint nicht – quatsch), wie alle anderen auch. Wenn ich pinkeln muß, dann tu ich das, wie alle anderen auch.
Und wenn mir jemand mächtig auf die Eier geht, dann hau ich ihm eine rein (verbal natürlich), wie alle….doch halt stopp! Wenn ich jemandem klar und ziemlich deutlich mache, dass ich ihn für ein Arschloch halte, dann ist das ganz schnell etwas Öffentliches und nix Privates mehr, wie bei allen anderen. Dann dürfen plötzlich viele Leute darüber ihre Meinung äußern, ob das in Ordnung ist oder ob ich ein arroganter Arsch bin. Das ist dann leider nicht, wie bei allen anderen einfach nur meine Sache, sondern immer und sehr gern die Sache von vielen und mir meist auch noch unbekannten Menschen. Das ist dann schon sehr komisch, weil der Typ, der mir auf die Eier ging, in meinen Augen eben ein Arschloch war. Schlimm wird es vor allem dann, wenn es ein Kollege, schlimmer wenn es ein Regisseur oder gar ein Redakteur ist, dem ich diesen Titel auferlegen muß, weil er eben ein Idiot ist. Hey, wenn man dem Kumpel oder dem Typen von gegenüber mal ein Ding verpasst, dann kann man 2 Wochen später wieder drüber lachen. Machst du das mit einem Regisseur, der auch noch wirklich ein
Arschloch i s t, dann hast du eine ganze Weile lang keinen Job, denn es ist ganz schnell etwas Öffentliches. (Es sei denn du bist die deutsche Brad Pitt Variante, dann fühlen sich die Betreffenden sogar geehrt). Das ist vielleicht der wirkliche  und einzige Punkt, der die Tagesordnung unterscheidet: Die Möglichkeit, besser die Gefahr den eigenen Stolz und dass eigene Gesicht einzubüßen, es im Namen des Erfolges zu verkaufen, hinzuhalten für Dinge, Worte, Situationen die ist groß. Irgendwann aufzuwachen und im Bad in den Spiegel zu schauen und festzustellen, dass da, wo normalerweise der Kopf sitzt, ein großes Loch ist. Am Anfang ist es nur unscharf, am Ende ist nix mehr da. Ja, ich glaube, dass ist der Unterschied. Traurig ist nur, dass viele von denen, die man so interessant findet und alles über sie wissen will, schon lange suchend in den Spiegel schauen und angstvoll in den Tag gehen. Angst davor, dass jemand entdecken könnte, dass das, was sie da auf ihren  Schultern zu Markte tragen, gar nicht ihr Gesicht ist, sondern nur noch das, was andere von ihnen sehen wollen. Und sie sind froh, am Abend wieder die Tür schließen zu können, um dieses Ding da auf ihren Schultern wieder in den Schrank hängen zu können, denn es schmerzt, weil es nicht passt, wenn man es zu lange durch den Tag trägt und dazu auch noch lächeln muß. Ja, vielleicht ist gerade das das Interessante. Die Jagd nach dem

eigentlichen Gesicht. Noch weiß ich, wenn ich am Morgen in den Spiegel schaue, dann kenne ich die Larve im Spiegel, die ich waschen will. Nur manchmal, wenn der Abend sehr lang war und die Flaschen einfach nicht leer wurden, dann, aber das kennen wohl viele, dann gilt auch für mich der Spruch:

Ich kenn dich zwar nicht, aber ich wasch dich trotzdem.
In diesem Sinne, Ihr Lieben von der Fanpage, ich bin das, was ich bin. Anstrengend. Direkt. Vergeben. Workoholics. Trüb. Kraftvoll. Wütend –
Entspannt. Lustvoll intellektuell. Mit der Kettesäge besser als mit der Geige.  Und vielleicht gibt es im nächsten Jahr wieder ein paar mehr Jobs für mich, wenn die Rauchwolken ein wenig verflogen sind.

(Aber es gibt eben so Dinge, die sind wirklich scheiße: wenn zum Beispiel eine Serie „DER LEHRER“, einfach nicht gesendet wird. Und diese Serie ist genial. Da waren Autoren am Werk, vor denen habe ich, ganz im Ernst, gekniet, weil die Drehbücher grandios waren, wenn diese Serie an der mein Herzblut hängt, in die ich die beste Arbeit meines bisherigen Lebens gesetzt habe, 4 Monate Zeit und Arbeitstage von 14 – 18 Stunden die Regel waren und ich habe es geliebt, diese Arbeit zu machen, wenn eben so eine verdammte Serie nicht gesendet wird, dann ist das zum aus der Haut fahren und wenn diese Serie doch gesendet wird, dann versenden die Verantwortlichen  dieses wunderbare Material im Juni 2009. Im Juni !!!, ein Monat, den alle Kinobetreiber hassen, weil keine Sau mehr ins Kino geht. Im Juni !!! den eben das TV hasst, weil keine Sau mehr die Glotze anmacht. In diesem Monat wollen die Verantwortlichen die Serie „DER LEHRER“ nun senden. Das einzige Ziel dieser Aktion, kann nur sein, versenden. Und warum? Diese Serie (weil sie Qualität, soziale Kompetenz, Witz und Idee in sich trägt, weil sie auf hohem Niveau unterhaltsam ist, deswegen muß dieser Sender diese Filmmeter wegsenden), kostet Geld  - im

Gegensatz zu „Bauer sucht Frau“. Das kostet nix, aber es bringt Gewinn. Den Aktionären!!! Diese Sendung hat über 8 Millionen TV Glotzer und hat weder Qualität, noch soziale Kompetenz, Witz und Idee und ist auf niedrigstem Niveau unterhaltsam. Ich weiß, dass ich mir damit 8 Millionen Feinde mache, (die aber erstaunlicherweise freiwillig geldscheffelnde Vorstandstypen unterstützen) aber ganz ehrlich; wer hat an einem Montag Abend nichts besseres zu tun als um Viertel nach Neun sich diese Verblödung reinzuziehen? Es sind eben über 8 Mio., die dem Sender klar

und deutlich zeigen, sie wollen kein Niveau, sie wollen keine Qualität, sie wollen Müll. Das ist  ein Grund, warum ich halt in diesem Jahr fast keine Jobs hatte und mich mit vielen seichten Drehbüchern herumschlagen musste, sie drehen und wenden, die meisten ablehnen musste, um einen, wenigstens künstlerischen Anspruch zu finden, den die zu spielenden Rolle vertretbar machte, damit ich nicht auch eines Tages aufwachend im Spiegel, nur noch ein Loch zu sehen bekomme.  

Liebe Alex, das wäre mein erster Brief, nach dem Geburtstagsdankeschöngedicht. Den stelle ich dir für deine Fanpage zur Disposition. Wenn du ihn einstellst, dann bitte ungekürzt.

Danke Der Atze

 



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