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Nachrichten von Hendrik Oktober 2010
 

Was ein Schauspieler kann und was er nicht kann. – Ein kleiner Exkurs.

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Was kann er, der Schauspieler?
Er kann das Drehbuch lesen. Er kann es über seine Rolle hinaus lesen, indem er versucht die Geschichte als Ganzes zu verstehen, indem er in der Dramaturgie (dem zeitlichen, folgerichtigen, dem szenischen Aufbau, der Figurenentwicklung und dem Verhältnis der Figuren zu Situationen und den anderen Figuren) herumbohrt, bis er sie verstanden hat.
Er kann das auch alles sein lassen und ausschließlich seine Rolle lesen und den Text lernen.
Was kann er noch?
Er kann spielerische Vorbilder aus dem Leben, aus anderen Filmen, aus seiner Fantasie suchen. Er kann Szenen probieren, nach den Motiven seiner Rolle suchen. Nach dem „Warum“ tut und sagt diese Figur das oder jenes – und aus diesem „Warum“ kann er seine spielerischen Anlässe und damit seinen Habitus kreieren.
Er kann nach dem „Wie“ suchen. Wie verhält sich der Typ in den einzelnen Situationen. – Das schafft ein komplexes vollkommenes Figurenverhalten und hilft einen Charakter zu finden. Ist er cholerisch, sanftmütig, sehr feinsinnig, hintertrieben – ist er das alles immer in jeder Szene oder entdeckt man auch ganz andere Seiten an ihm. Oder oder oder.
Er kann dann noch nach dem „Woher“ fragen. Woher kommt meine Figur gerade, wenn sie die Szene betritt. – Das gibt einen guten Absprung für die Temperatur und die Intensität. Und er kann nach dem „Was“ fragen. Was treibt die Figur zu den Handlungen, zu den Sätzen, die diese Figur unternimmt bzw. sagt. Man kann auch noch nach dem Ziel, dem „Wohin“ fragen. Das kann ein örtliches, das kann aber auch ein ideelles Ziel innerhalb einer Szene sein. Und zum Abschluss fragt man noch nach den Widerständen, die der Figur in den Szenen entgegen stehen. Das kann der Schauspieler alles tun.
Er kann es auch alles sein lassen. Aber zum Rüstzeug des Spielens, ist das eine wunderbare Voraussetzung.
Beim Film/TV kann er auch noch (am Set) den Regisseur oder den Kameramann fragen, was das für eine Einstellung wird: Sehr nah - das Gesicht. Total - den ganzen Raum oder die komplette Landschaft oder irgendwas dazwischen. Und vielleicht kann er auch noch nach der Schnittreihenfolge fragen und danach die Intensität des Spiels temperieren.
Das war es dann schon, was er kann. Muss er beim Film auch alles nicht, aber gehört eigentlich zu seinem Job. Und doch..

..das wird ihm alles nichts helfen. Denn was er nicht kann ist:
Den Schnitt. Die Musik. Die Soundatmosphäre und all die vielen wesentlichen Einflüsse, die die Wirkung des Filmes maßgeblich bestimmen, all dies kann er nicht beeinflussen. Er kann nur vertrauen, auf das, was ihm vorher gesagt wurde. Was die „Macher“ beabsichtigen zu erzählen... Das machen all die anderen. Die Cutter. Die Komponisten. Die Regisseure. Die Redakteure.. Die Chefredakteure. Die Produzenten.
Er kann nur vertrauen, dass sie das machen, was sie angekündigt haben.

2
Warum schreibe ich das?
Ich möchte Euch, ohne Euch die Illusionen rauben zu wollen, einen Perspektivwechsel anbieten.
Warum möchte ich das?
Ehrlich? Keine Ahnung, also, so richtig keine Ahnung. Vielleicht, weil es reizvoll ist, vielleicht weil es an der Zeit ist, vielleicht weil ich denke, das könnte doch meine Aufgabe sein? Eine andere Art „Blick hinter die Kulissen“.
Was kann dieser Blick erzählen? Er erzählt einen täglichen Kampf. Einen Kampf, der allzu oft den Wunsch nach Aufgeben generiert. Windmühlen, wohin man schaut. Windmühlen, ohne das auch nur ein Korn zwischen ihre Steine kommt. Windmühlen, die nahrhaftes Mehl versprechen, aber nichts liefern.
Jeder kennt das. Die Auseinandersetzung um ein Thema mit dem Wunsch, etwas Neues zu entdecken, einen neuen Raum zu betreten, eine Tür zu öffnen, um aus einer Idee eine spruchreife Sache zu machen.
Immer wieder erkennt man seine eigene Kleinheit und versucht doch, sich selber größer zu machen, als man ist, als man es je sein wird. Man verwechselt sich selbst mit einer Wunschvorstellung, die man von sich hat. Sich selbst mit dem Bild, was man gerne von sich präsentieren würde. Was man gar nicht ist. Das ist Selbsterhaltung. Das ist normal. Das ist Alltag. Das macht es schwer. Für einen selbst und für die anderen, den in dir zu erkennen, der du bist.

3
Wieso fällt mir das gerade nach den beiden Sonntagen ein. Dem Sonntag von „Westflug“ und dem „Emilie Richards“ Sonntagsfilm. „Westflug“ war, ohne Zweifel ein gelungener Film. Weniger Werbung würde ihm gut tun. Auf DVD schaut er sich sehr gut an.
Es ist nicht die Kritik und die Presse, die mich herausfordert. Da gibt es nur wenige, die mehr machen, als ihren Verkaufsjob. Denn man verkauft (s)eine tolle Meinung, man verkauft (s)einen tollen Beitrag, indem man über etwas schreibt, man verkauft ihn nicht für das worüber man schreibt. Es sei denn, damit wäre mehr Furore zu machen. Und viele Schreiber achten eher auf ihren Ruf, als auf genaues Hinsehen. Geht auch nicht, da es viel zu viel gibt, wo man hinsehen muss und die Bezahlung ist mies.
Nein, diese Armen sind es nicht. Ich meine uns, die Macher. Und das am Beispiel des Sonntagabends. Der Emilie Richards. Wir sind in Neuseeland angetreten, dem Pilcher Format die Stirn zu bieten. Die Entscheider. Die Mächtigen wollten gute Unterhaltung für die Familie mit Humor, Glaubwürdigkeit, frei von sahnigem Kitsch. Sie wollten einen Sonntagabendfilm, der ein wenig Gesprächsstoff liefert, den man nicht ganz so einfach weg wischt, weg bügelt, den man nicht verschläft. Bei dem man dran bleibt und erwacht. Vom Bügelbrett aufschaut und nicht nur die Melodien mit singt.
Hand aufs Herz. War er das?

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Ich habe vom Sonntag auf den Montag die Sendefassung (online geht das) Szene für Szene versucht zu analysieren. Ich habe mich gefragt, was die Sendefassung von der Rohfassung, die ich vorab, lange vorab sah, die mir gefallen hat, unterscheidet. Die Essenz ist so einfach wie ernüchternd.
Es ist eine Operette geworden. Warum? Aus den Szenen wurde ein billiges Libretto. Weder die Szenen, noch das Spiel, noch die Auseinandersetzungen der Figuren mit ihren Konflikten hatten auch nur die Spur einer Chance, vom Zuschauer ernst oder heiter oder flüchtig oder spannend angenommen zu werden. Die Operettenmusik hat alles Denken, jede Überraschung, jede Wendung vorweggenommen. Es gibt nicht e i n e Szene, die frei wäre von illustrativer Geigen oder Gitarren oder Klarinetten Jammerei.
Beispiel: Sie wandern durch den Urwald, die Musik wird lustig. Noch ist nichts passiert, aber sie sind an einem Fluss „Und“, singt uns die Musik vor, „Achtung!“, trötet sie unüberhörbar einem jeden ins Ohr, gleich wird’s lustig. „Passt auf!“ trällern die Klarinettenstöße aus dem Synthesizer, „der Typ macht bestimmt gleich etwas gaaaanz Lustiges“. Und siehe da, wer hätte das gedacht, er fällt ins Wasser. Hei die Witzka! „Das war doch aber mal lustig.“ Setzt ein trällernder Ton noch einmal hinten dran.
Kurz darauf entdecken sie einen wunderschönen Platz, wo man wunderschön Zelten kann. Der Zuschauer hat noch gar nicht die Chance, sein eigenes „Boah, das is ja echt geil!“ von den Augen übers Gehirn ins Sprachzentrum zu dirigieren, da donnert die Musik ein Geigenfurioso im Fortissimo, so stark, dass man einen Würgereiz bekommt und fast am „Boah, das is ja echt geil!“ erstickt.
Noch ein Beispiel? Mutter und Sohn streiten. Mitten in der aufgeladenen Situation, kurz bevor auch nur eine der Figuren zu einer Entscheidung fähig ist, entscheidet die Musik – „das ist jetzt aber stark. Die diskutieren ja richtig dolle miteinander“, da muss doch die Musik auch gaaanz dolle zittern, damit ein jeder versteht, was hier abgeht.
Dieses Filmchen ist voll davon. Von der ersten bis zur letzten Minute. Die Figuren, die Geschichte habe kein Chance, die Landschaft und die bunten Fahrten schon. Der Zuschauer wird für dumm verkauft. Warum?
Das waren Beispiele. Entscheidend aber ist, wie man den Zuschauer begrüßt. Wie ein Film in den ersten 5 Minuten los geht. Wie er das „Was“ er zu erzählen hat beginnt zu erzählen. Das ist im Leben genauso. Ein Redner, der langsam, räuspernd, stotternd beginnt und sich bereits entschuldigt, dass die Rede doch etwas zu lang werden wird, der langweilt schon von der ersten Minute an. Einer wie Obama, der macht uns erst einmal klar, dass er einer von uns ist und redet kurz über den Tag, Dinge die einen jeden bewegen könnten. Er nimmt uns leicht mit in eine Rede, in der er ziemlich ernste und auch nicht so positive Dinge verkaufen muss. Früher in der Schule gab es Lehrer, die waren von Anfang an unten durch. Die haben den verfluchten Stoff so öde präsentiert, dass man alles einfach nur Scheiße fand, inklusive Lehrer.
Das ist bei Filmen, Büchern, Erzählern nicht anders. Alles was den Zuschauer auf eine Reise mitnehmen will, macht in den ersten 5 Minuten klar, wie das geschehen wird. Und dann kann das sehr spannend sein.
Es ist die Introduktion, die uns auf eine Reise mitnimmt und unsere Rezeptoren stimuliert.
Stellt euch einen Flug von Berlin nach Sidney vor. Langstrecke. Und der Pilot begrüßt euch und sagt erst einmal, dass er unheilbar krank und ihm auch so eigentlich alles scheißegal ist, seine Frau hat ihn wegen der Krankheit mit den Kindern verlassen, heute Morgen. Dieser Flug wird für jeden ein Thriller. Das ist klar. Jede Turbulenz wird zum Albtraum.

In unserem Fall: Mit dem ersten Bild fängt uns die Operettenmusik gleich ein und sagt uns, hier werden 90 Minuten lang schön illustrierte Bilder kommen, also lasst euch bitte nicht von den Szenen und Dialogen stören. Alles ist gut!
So.
Also, meinerseits sorry. Es gibt eben auch Fehlversuche. Wer gerne mal so richtig vom Leder lassen möchte, der soll sich jetzt die Finger wund schreiben.

Ausblick: Auch wenn die Story bekannt ist, „Glückstreffer – Anne und der Boxer“ (ich kenne zwar auch nur die Rohfassung ) ist der Bringer. Und die Arbeit, in die ich gerade einsteige, ist thematisch aber so was von ganz anders. Da bin ich selber gespannt. Mehr dazu….später.

 

Alex hat Geburtstag.

Hallo Alexandra,
tolle Arbeit. Dein Links, Eure Kommunikation witzig, unterhaltsam gut.
Gratuliere Dir und vor allem deinen Eltern zu Dir. Alles Gute und vor allem
dreh Dich frei von irgendwelchen Krankheiten. Bleib, sei immer fit, um mit vollen Zügen
leben zu können, um auch mit vollem Genuss immer mal wieder auf die Nase zu fallen.
Fühlt sich alles besser an. Der Schmerz und auch die Freude und Glückseligkeit.
 

 
Dankeschön Geburtstag & "Was ein Schaupieler kann"
 
Hallo Alexandra, Hallo an alle, die mir geschrieben haben, in Briefform, auf der Website
das war richtig schön, das war einfach richtig schön. Ich hab mich sehr sehr sehr über die Art und die Geburtstagswünsche selber gefreut.
Die Karte, den Weg der Karte, die Grüße und die wunderbaren Kommentare auch auf der Website. 
Das war rund und gab mir das Gefühl von einem sehr angenehmen Miteinander.
Alexandra, ich danke Dir sehr, die Gestaltung, die Seite die Turtles, die Mäuse, die Igel und und und.....Der Geburtstagshund auf dem Thron. Einfach schön. ... und ich möchte, über dich  auch allen danken, die in einer so wunderbaren und angenehmen, angemessenen und einfach schönen Art, mir zu meinem Geburtstag geschrieben haben, für die Glückwünsche und die Zitate, die Gedichte und die persönlichen Zeilen. Ja, das war einfach nur gut. Danke. Danke dafür.
derH
 
Ps: Ich freue mich sehr über die geteilte Resonanz auf meinen Text (was ein Schauspieler kann...) Ich finde die Vielfalt der Meinungen gut. Und nehme ebenfalls einige Anregungen mit.
Dieser direkte Austausch gibt mir immer mal wieder einen guten Impuls. Auch dafür danke, an alle die sich zum Film (Sonntag/Pilcher) und zum Text so offen und frei verhalten haben.
Das ist gut und das tut gut.
 
 

Nach dem Nachtdreh zu „Elise“ am 4.11. 2010 geschrieben.

Eben noch mal im Gästebuch der Gemeinde geschmökert.

„Meinungsvielfalt ist was Wunderbares, solange alle meiner Meinung sind!“
Von wem nur war dieser grandiose Satz? Ich denke schon, dass diesen Wunsch viele in sich tragen, wenn sie von einer Sache so richtig überzeugt sind. Viele, nicht alle. Ich teile die Idee eines anderen Satzes. „Das Denken ist das höchste Vergnügung. Erleben –Denken. Denkend erleben.“

Ein paar Antworten zu den anregenden Einträgen, Reaktionen und Einschätzungen zum letzten Dyrinschen TV outing á la „Box mich, ich bin der Glückstreffer“.

Thema Küsse:
Karl ist aus der Übung. Krass gesagt, hat er die letzten Jahre für Sex bezahlt. Und da ist „Küssen“ ein absolutes no go! Er hat es nicht drauf. Also – gut erkannt. Karl kann nicht küssen. Sollte es eine Fortsetzung geben, werden die Küsse definitiv intensiver und besser. Karl braucht zwar länger, aber wenn er es einmal geschnallt hat, dann weiß er was er tut.

Seine Tattoos, auch wenn das nicht näher erklärt wird, stammen eben aus den 80igern. Der Typ hat sich vor unserer Zeit stechen lassen, da sahen die Dinger so aus. An dieser Stelle kämpfte die Maskenbildnerin um Realismus. Er ist ihr gelungen, aber ein Großteil der Zuschauer fand sie nicht so toll.  Ich schon, weil sie eben ihre Hausaufgaben gemacht hat. Und sie setzt eben voraus, dass nicht unbedingt alles erklärt werden muß. Ihre Idee, mit seinem make up bildnerischen Äußeren, ihn, den Typen als einen lebenden Anachronismus zu zeichnen, hat sie von Anfang bis Ende konsequent durchgezogen. Komplettiert durch das Kostüm. Der Typ ist eben von Gestern, ein Grund, warum der nicht wirklich auf die eigenen Beine kommt, erst dann, wenn er wieder in „seinen“ vier Wänden (Seilen) steht. Da ist er zu hundert Prozent er selbst und anwesend.

Zu den Facetten: Den Duryn gibt es sehr unangenehm fies in dem Film „Der Sturz“. 2009 gesendet. Es gibt ihn auch äußerst unangenehm in einer der ersten Staffeln (Folge 28) der Cobra 11. Ich glaube die Folge hieß „Zwischen den Fronten“. SOS Barracuda „Die Tränen der Cleopatra“ – ein richtiges Arschloch. Der Elefant „Mord verjährt nie“ – dem Typen geht jedwede Freundlichkeit ab. Polizeiruf 110 „Ein Bild von einem Mörder“ – ein unangenehmes Stück Menschenfleisch. Von dem vorsätzlichen Mörder, Kidnapper und am Ende toten Bösewicht aus Wolffs Revier sollte man sich ebenfalls fern halten.  Im Kriminalisten (2010) „Dierhagens Vermächtnis“ erwartet uns noch mal eine ganz andere Nummer. Der kommt im Frühjahr und auch die Soko Stuttgart lässt kein gutes Haar an dem Unternehmer der scheinbar sein eigenes Kind verkauft. Ein böses Erwachen wird es geben in „Elise“ Kino (Herbst 2011).Dem gegenüber steht ein Volldödel aus dem Film „Körner und Köter“ – bekloppter als Harald geht es kaum noch. Und auch der Sachse bei „Bewegte Männer“ rangiert in seiner Tumbheit gleich neben dem durchvögelnden Nachbarn in „Love Letters“…..

Das zu seiner Verteidigung. Und doch. Die letzjährige Häufung der Sonntagabend Auftritte  ist nicht von der Hand zu weisen. Auch dazu ein kleiner Kommentar:
Ein Bäcker, er backt eben Brötchen und Brote und nährt die Menschen in seinem Dorf. Da kommt ein Fremder in sein Geschäft und staunt entrüstet, als er den Bäcker erkennt. An der Wand der Backstube hängt noch sein Meisterbrief, sein Zertifikat, was ihn als einen Konditor auszeichnet. „Warum, um alles in der Welt bäckst Du nur Brot und diese Brötchen? Du kannst doch ganz anderes! Das ist enttäuschend.“ „Tja“, sagt der Bäcker und wirkt dabei gar nicht traurig, wie er seine vom einfachen Mehl verstaubte Mütze ausschlägt, „tja, wenn man weiß, wie die feinsten Kreationen zu machen sind, erst dann kann man richtige Brötchen backen.“ „Das ist doch Unsinn.“, entgegnet der Fremde. Kauft ein Brot, 6 Brötchen und geht. Der Bäcker schaut in seine Backstube. Vielleicht hatte der Fremde ja recht. Er legt seine Backschürze ab und schließt seinen Laden. Von nun an mussten die Leute aus dem Dorf sich in ihr Auto setzten und zum nächsten Gewerbegebiet fahren, um sich dort die aufgeblähten Schnellbackbrötchen zu kaufen. Der Bäcker aber saß in seiner kleinen Hütte und kreierte die schönsten Konditorwaren. Aber kein Mensch kam, um sie zu sehen, zu kaufen und zu genießen. Auch der Fremde ließ sich nie wieder blicken. Man vergaß den Bäcker und gewöhnte sich an die aufgeblasenen Brötchen.

Zurück zum „Treffer mit Glück“
Die Handlung bewegt sich im Format einer einfach gestrickten komödienhaften Kurzgeschichte auf 90 Minuten gepimpt. Das ist die Idee, das ist das Futter.
Hierbei würde ich gern einen kleinen Wettbewerb ausrufen wollen:
Mich interessiert, wer Bock darauf hat, die gleiche Kurzgeschichte nur eben nicht mit schwacher Handlung. Welche Elemente würden aus der „schwachen“ Handlung eine starke Handlung machen?
Dann mal los!
In den Einträgen ist ganz gut zu erkennen, dass in einigen Fingern Potenzial steckt.
Also, traut euch heraus und schreibt, was die Geschichte stärker machen könnte.

Lasst uns die ewig gescholtenen deutschen Verhältnisse, wenigstens in unsrer Fantasie aufmischen. Lasst uns ehrlich sein, in der Betrachtung und deutsches TV nicht mit amerikanischem Kino vergleichen. Es kommt ja auch keiner auf die Idee einen Trabant mit einem Bentley zu vergleichen, bloß weil beide auf Straßen fahren.
Lasst uns sammeln, wie deutsches Fernsehen, wie ein deutscher Film, deutsche TV Unterhaltung aussehen soll, damit wir sie mögen. Vielleicht, wenn wir das gefunden haben, werden wir in den TV Zeitschriften plötzlich wieder fündig und entdecken ganz neue Seiten, wenn wir unseren Blick gestärkt haben, wenn wir wissen wonach wir suchen und nicht nur wissen, was wir nicht wollen.

Gute deutsche Kinofilme gibt es doch wie Sand am Meer. Aktuell „Goethe“ Mainstream und richtig gut gemacht. Romantik, Kitsch, grandiose Bilder, großartige Hauptdarsteller und ein beeindruckender Henry Hübchen. „Groupies bleiben nicht zum Frühstück“ macht einfach Spaß, wenn auch nicht unsere Altersklasse. „Männerherzen“ (2009) wundervoller Mainstream Berlin der Gegenwart. „Bis zum Ellenbogen“ Schwarz und zum Abhängen unterhaltsam. „Keinohrhasen“ das einzig schlechte ist der Titel. Til Schweiger, ein beeindruckender Regisseur, Produzent, Macher.
Wie siehts aus mit einer Liste guter deutscher TV Filme?
Wir könnten mal eine Liste machen und man kann auch mal darüber diskutieren.

So. Es ist spät. Irgendwo liegt hier eine Mütze herum. Die, wo der Schlaf drin ist.




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