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Nachricht am 09.01.09


Status Januar 2009:
 
Mal wieder ein Weihnachten mit einer Idee. Die Idee hieß: "Wir -entschleunigen- unseren Alltag vor den Festtagen und die Festtage selbst, reduzieren die sachlichen, dinglichen Geschenke, nehmen uns die Zeit, den/die anderen vorher zu bedenken und schauen, was uns zu demjenigen einfällt." Wenn uns nix eingefallen ist, dann bekam derjenige einen Brief, ein Gedicht und eine Einladung, denn wir hatten uns wohl aus den Augen verloren. Logisch, wenn mir zu jemanden nichts mehr einfällt, dann habe ich ihn lange nicht erlebt oder auch nur wahr - genommen."
Das war ein entspanntes Weihnachten, den Winterspeck  hatte ich mir ja bereits im November zugelegt, so konnte ich Enten, Gänse, Truthähne und Puten am Leben lassen und habe statt dessen einmal mehr die Vögel gefüttert. Natürlich gab es Dresdner Stolle, Lebkuchen und Selbstgebackenes von Familie, Freunden und Bekannten.

Ich bin mir sicher, dass diese Weihnachtsidee auch nächstes Jahr nochmal gut ankommt.

Und wie war Silvester?

Kalt - Stürmisch - und das Feuer war riesig. Mit einem Wort; Silvester hat kein böser Geist des letzten Jahres überlebt. Schwatzen, Laufen, Natur geniessen, wieder Schwatzen, mal was essen, mal kocht der eine Freund, mal die Frau des anderen und mal gabs "Stulle mit Brot", dann wieder wandern, Frost in der Nase, einfach Natur Natur Natur so viel es davon eben noch "einzuatmen", zu bestaunen und erleben gibt und das alles in der Heimat. Man glaubt gar
nicht, wie beeindruckend ein einfacher Baum sein kann, wenn er vom Wind gekrümmt,
seit über hundert Jahren aber immer noch steht und weit in die Ebene schaut. Oder ein Flusslauf, der noch nicht begradigt und kanalisiert, sich durch eine Heidelandschaft windet und anzeigt, wo das weiche Gestein, der weiche Boden ist und wo hingegen das harte
Gestein lagert, das was man früher dann ausgegraben und zum Bauen verwendet hat. Oder einfach nur Tierspuren, die dir den Weg zu einer Wasserlache oder eine Quelle weisen, oder
auch zu geschützen Plätzen, mit Schutz vor Unwetter und Wind. Das, so habe ich gemerkt, tut der Seele gut. Das konnte man sehen, weil wir alles was schneller als Laufgeschwindigkeit sein kann, stehen lassen haben. Kein Auto, kein Fahrrad,
kein Moped, kein Zug, natürlich auch
keinen Flieger. Die Füße eben. Laufen. Kilometer. Wege. Natürlich durfte die "rituelle"
Reinigung vom vergangenen Jahr nicht fehlen. Also einmal ins freie Wasser, ein paar Züge schwimmen und wieder raus.......(Die Witzchen über die Temperaturmessung kann nun ein
jeder selbst machen) Außerdem hatte ich bereits Übung in diesem Jahr. Da ich im
November in der letzten TV Produktion "DER STURZ" bereits ätzend lange in einem
Waldsee zubringen durfte. Abhärtung und Training. (Selbstredend gab es für die körperliche Wiederbelebung einen Bottich mit heißem Wasser. Nach 8 Grad Waldsee 38 Grad Bottichwasser ) Also war die Jahreswechselreinigungsritualwässerei eine eher lapidare Sache (naja). Es gab auch viel zu lesen. Nach langen Jahren der Leseabstinenz habe ich die Worte von wunderbaren Autoren in mich hineingefressen. Welche Bücher?

Coetzee "Schande". Martin Suter "Die dunkle Seite des Mondes". Marlo Morgan "Traumfänger". Arto Paasilinna "Nördlich des Weltunterganges". Verschiedene Empfehlungen, verschiedener Freunde. Für mich alles Volltreffer. Eins noch. Die Tagebücher des Marc Aurel "Auf dem Weg zu sich selbst" (immerhin ein Caesar) Und wie geht das neue Jahr los?

TV?
Ja, ein Angebot für einen Spielfilm mit Frau Marion Kracht in Namibia im Januar und Februar. Absage, da ich am 31.1. in Marburg ein Konzert habe. Und mal eben für ein Konzert von Namibia zurück nach Deutschland, das wäre eine erschreckende Co² Bilanz. So hoffe ich, dass wenigstens das Konzert in Marburg ("Brecht goes Rock") im Theater ein Kracher wird.
Immerhin live, richtige Musik und ehrliche Menschen auf der Bühne. Das ist es wert, nicht in Namibia zu sein.

Was noch?

Wunderbares casting für Doctors diary. Großes Schulterklopfen. "Wow und toll und super. Du bist ja richtig witzig und so" Absage: Man hat sich dann doch (man höre) für eine jüngere Variante entschieden. Ergo, bei RTL gehöre ich inzwischen schon zur alten, zumindest zur älteren Variante. (stimmt ja) Die Absage ist sehr schade, denn der Hauptautor und da was er geschrieben hat, die Szenen für die neu zu besetzende Rolle waren richtig richtig gut. Nicht so wie der "Lehrer" von Peter Freiberg (Hauptautor), aber dennoch richtig gut. Ich hatte die Ehre, ihn auch beim Casting zu treffen. Bora Dagtekin (ein junger Typ. Super.) Der hat sich sogar gefreut und gelacht (immerhin is ja comedy), bei dem, was ich da mit seinen Texten angestellt habe. Aber es hat eben nicht geklappt. In der Branche sagt man gern: "Es hat diesmal leider nicht geklappt." Wobei, eigentlich bekommt man in dieser Branche, wenn es nicht geklappt hat nicht einmal eine Absage. Den Dialog führt in diesem Metier keiner so richtig bis zum Schluß. Wie im Leben eben.

Was noch? Ein casting steht noch aus. Für einen Spielfilm irgendwo in Nordamerika. (Warum müssen wir Deutschen eigentlich immer ans Ende der Welt, um Filme zu drehen?) Aber vielleicht kommt das gar nicht. Und dafür etwas anderes. Soviel zum Thema Popularität.

Habt Ihr eigentlich schon mal darüber intensiver nachgedacht, was ihr vom TV wollt?
Was Euch das TV geben könnte? Weniger, was Ihr Euch wünscht, mehr was Ihr von der Glotze wirklich h a b e n wollt? Wißt Ihr voneinander, was Ihr für
Kinofilme im letzten Jahr gesehen habt? (Die Raubkopien mal nicht mitgerechnet), sondern die legal im Kino erlebten. Habt Ihr darüber mal gequatscht? Wer von Euch hat noch ein Theater in der Stadt? Und wen ja, habt
Ihr mal n chat gemacht über das, was Euch da bewegt hat?

Angebot, wenn Ihr mal in Berlin seit, dann für wirklichen Kunstgenuss: "Onkel Wanja" vom Deutschen Theater. Für inhaltliches Verständnis und Neubewertung eines ewig vorgekauten Stoffes "Faust I" Deutsches Theater Regie Thalheimer. (Überhaupt, da wo Thalheimer bei Regie steht, ANSCHAUEN!. Für politisch künstlerischen Genuss und Impulse zum Denken "Die Perser" ebenfalls Deutsches Theater. Weimar hatte einen guten "Othello". Wenn Ihr eine Empfehlung habt, Theater oder Kino oder auch Museum, dann bringt das mal ins Spiel.

Meinung: Oft sind die Dinge spannender als die Personen, die Menschen. Dadurch, dass man
sich oft, was die Menschen anbetrifft, etwas zusammenreimt, wie einem die Person am besten gefällt, aber wie sie meistens gar nicht ist, ist die Enttäuschung riesig und man hat sie sich
auch noch selber zu zuschreiben. Die Dinge aber, sind wie sie sind und der eigene Standpunkt und der Wechsel desselben entscheidet über die eigene Lust, Entdeckung, Erkenntnis, Freude.

Okay, dann hab ich noch einen Satz, vielleicht hat jemand Lust mit seinen Freunden oder Bekannten oder in der family darüber zu quatschen:

 "Das Geld raubt dem Manne die Potenz!"

Der Satz ist erst einmal nur eine These. Eine kurze Erläuterung: Männer waren seit Alters
her die Ernährer. Die Verteidiger. Die Zeuger. Sie ernährten die Sippe/den Hort/die Familie
durch Kraft gepaart mit Schlauheit oder Klugheit, Instinkt, Schnelligkeit, gutes Auge und
wieder intelligent eingesetzte Kraft. Das Ergebnis lag danach auf dem Boden, blutend, aber wichtig für die Sippe, damit sie was zu beissen,zum Leben haben, damit sie sich freuen, glücklich sein konnten. Das war seine Potenz. Sein Wesen. Sein Auftrag. Und das wollte er.
Dazu war/ist er da. Dafür brauchte man IHN. Und dafür liebte man ihn auch. Der Mann w a r , direkt sichtbar, das was er tat. Das zeichnete seine Potenz aus. Heute verdient der Mann Geld (wenn er Geld verdient) Sein eigentliches Tun, wird in Geldwert übersetzt. Es ist nur noch durch finanziellen Reichtum sichtbar, welche Potenz er scheinbar hat. Er tut also Dinge, die sehr oft seinem Wesen zuwiderlaufen, seinem Charakter. Seiner Bestimmung. Er arbeitet etwas, was die eigenen Kinder oft nicht einmal in Worte fassen können. "Was arbeitet eigentlich dein Vater?", "Äh, der , öäh, der hat , also, der macht , der ist so bei, in so nem Büro, sowas mit irgendwie, ach scheiße, warum willstn das wissen, hä?"
Seine Potenz, sein Wesen wird am Ende nur noch auf dem Konto sichtbar. Wofür er Dinge tut, die seinem Wesen selbst entgegen stehen. Sich selbst im Spiegel ansehen, für das was er
macht, nur weil man dafür das Geld bekommt, tut er lieber nicht. Denn wessen Kinder sind
stolz auf den eigenen Papa, wenn er ihnen nicht die Klamotten von... kaufen kann. 

Wenn die anderen mit einem dicken Auto vorgefahren werden, wenn man immer nur last minute reisen kann und der Stress vorprogrammiert ist. Wenn man die lächerliche Anstrengung des Vaters erleben muß, wie er um einen Sitzplatz in der Bahn kämpft,anstatt ein Ticket für die erste Klasse zu haben. Der Mann wird also fast alles tun  um Geld Geld Geld nach Hause zu bringen, für die Tätigkeit aber, die zu diesem Geld führt, schämt er sich .........

Diese These soll kein Mann Frau Vergleich sein. Das ist uninteressant. Das Thema Frau und Geld wäre ein ganz anderes. Also wenn "Das Geld raubt dem Manne die Potenz!" ein Thema für Euch, für Freunde, Bekannte sein kann, dann muß es autark bleiben. Es geht ebenfalls nicht um Mitleid, oder das Bedauern der männlichen Zweibeiner, eher um den Versuch

einer Standortbestimmung, so objektiv als möglich. Und warum? Dieses "versteckte" Problem, was Männer mit sich herumtragen (der objektive Verlust des eigenen Wertes, des Selbstwertes kann für etliche Beziehungkrisen ein Grund sein, kann!, muß nicht.) Wie gesagt, keine Vergleichsdiskussion (Mann Frau - wir haben es alle schwer, jetzt jammere nicht), auch keine Bedauern oder Jammerdiskussion. Der Versuch einer Feststellung.  Also, wem es Spass macht mal über unsere Gesellschaft nachzudenken......
 
Wer Zeit hat Film: "lets make money" "Waltz with bashir"

Ansonsten - bis Demnächst. Danke für alle Grüße und Wünsche.

Ich wünsche Euch ein kräftiges, sehendes und mutiges 2009. Habt Mut, die Dinge zu tun,
von denen Ihr überzeugt seit, das sie richtig, wichtig sind, für andere oder auch nur für Euch. Habt Mut. Das Leben ist nicht nur kurz, es könnte auch schön sein.

Gruß Hendrik

 

 



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